News

Woher unsere Gummizüge kommen

Bewusst handeln und Entscheidungen treffen

So begann auch die Geschichte von unserer Gummiband- und Kordel Herstellerin. Da es keine nachhaltigen Gummibänder gab entschied sie sich die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Daraus entstanden ist das erste ökologische Gummiband der Welt. Seit mehreren Jahren bereits verwenden auch wir für unsere Moccs und Taschen nur noch diese Gummibänder und Kordeln.

Nachhaken ist besser als blind vertrauen

Wir ihr wisst, ist es mir besonders wichtig nachhaltige Materialien zu verarbeiten. Meistens gebe ich mich mit einer Erklärung auf dem Internet nicht zufrieden und hake persönlich in der Chefetage der Unternehmen nach. So habe ich das auch letzthin nochmals mit unserer Gummilieferantin gemacht. Obwohl die Produkte GOTS und Oeko TEX zertifiziert sind, wollte ich noch mehr wissen. Was dabei rausgekommen ist lest ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Kautschuk – natürliches Gummi

Naturgummi wird auf pflanzlicher Basis hergestellt während synthetische Gummis auf Erdöl basieren. Bei deren Herstellung kommen häufig zusätzlich gesundheitsschädliche Chemikalien zum Einsatz. Die Produktion von pflanzlichem Gummi oder Naturkautschuk ist im Gegensatz frei von synthetischen Zusatzstoffen.

Aus Kautschukbäumen kann über viele Jahre hinweg Latex gewonnen werden, ohne dass die Bäume gefällt werden müssen. Der gewonnene Naturgummi ist biologisch abbaubar. Hinzu kommt, dass Kautschukbäume mehr CO2 aus der Luft binden als andere Nutzpflanzen wie Mais – allerdings vergleichsweise weniger als eine äquivalente Fläche Regenwald. Leider ist es auch beim Kautschuk so, dass Regenwald gerodet wird um für Monokulturen Platz zu schaffen. Eine klare schwarz - weiss Rechnung gibt es leider nicht.

Woher unsere Gummis stammen

Unsere Lieferantin war noch nicht selber auf den Plantagen in Malaysia, wo der Kautschuk unserer Gummis herkommt. Ihre geplante Reise im 2020 musste Corona bedingt leider abgesagt werden. Allerdings war der Bandweber des Unternehmens bereits mehrere Male vor Ort und berichtet über sehr gute Verhältnisse und Bedingungen auf den Plantagen und in der Fabrik.

Die Kautschukplantage des grössten Lieferanten wird in Monokultur angebaut. Dafür wurden allerdings weder Tropenhölzer abgeholzt noch Nutzflächen verwendet. Zusätzlich wird mit kleinen familiengeführten Plantagen, die biodivers bewirtschaftet werden zusammengearbeitet.  Der Kautschuk für unsere Gummibänder wird also nicht nur von einer einzigen großen Plantage geliefert.  Es ist eine Zusammenarbeit von vielen und überwiegend kleinen Plantagen. Diese kleinen Betriebe sind nicht separat zertifiziert. Zertifikate sind sehr teuer und aufwendig und diese kleinen Betriebe haben keine Chance sich diese leisten zu können.

«Wir zählen statt auf Zertifikate auf  Transparenz und partnerschaftliches, vertrauensvolles Miteinander. «

Baumwolle

Die Baumwolle für unsere Gummibänder und Kordeln stammt aus der türkischen Ägäisregion. Unsere Lieferantin war selber nie vor Ort, vertraut aber auf die GOTS Zertifikate ihres langjährigen Lieferanten. Die Zertifikate berücksichtigen unter anderem auch die sozialen Bedingungen.

« Da wir selber das Verfahren der GOTS Zertifizierung durchlaufen haben, wissen wir wie die Audits ablaufen und wie genau die gesamte Lieferkette geprüft wird. Aus diesem Grund vertrauen wir unserem Lieferanten und vor allem auch deshalb, weil wir ihn persönlich kennen. Darüber hinaus haben wir trotzdem vor, die Plantagen irgendwann einmal zu besuchen - keine Frage .» 

Möchtest du auch mit Naturgummi arbeiten?

Die Recherche um geeignete Materialien für Petit Mai zu finden ist oft sehr schwierig und zeitintensiv. Nicht vergebens hüten viele Unternehmen ihre Lieferanten wie den eigenen Augapfel. Falls es dich interessiert woher wir unsere Materialien beziehen kontaktiere mich bitte per Mail oder hinterlasse einen Kommentar. Gerne werde ich mit dir Kontakt aufnehmen und wenn es mir möglich ist weiterhelfen. Wie unsere Gummi Lieferantin passend sagte: « Steter Tropfen höhlt den Stein « Wenn ich dazu beitragen kann, dass mehr Menschen bewusst nachhaltige Materialien verwenden, dann verrate ich gerne meine Geheimnisse.

 

Nachfolgend noch die Definitionen von Oeko Tex und GOTS falls es dich interessiert:

Oeko-Tex 

Ist die Markenbezeichnung eines Produktlabels die von der Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textil- und Lederökologie vergeben wird. Dabei werden Produkte aller Verarbeitungsstufen entlang der Textilen Wertschöpfungskette auf gesundheitliche Unbedenklichkeit und Betriebsstätten auf sozial- und umweltverträgliche Produktionsbedingungen geprüft. Der Standard 100 by Oeko-Tex ist das weltweit am weitesten verbreitete Kennzeichen für schadstoffgeprüfte Textilien.

GOTS

Der Global Organic Textile Standard ist ein weltweit angewendeter Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern und damit ein wichtiges Textilsiegel. Er definiert umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette sowie Sozialkriterien. Die Qualitätssicherung erfolgt durch unabhängige Zertifizierung der gesamten Textillieferkette.

Continue reading

Einige Gedanken zur Nachhaltigkeit

 Nachhaltigkeit ist eine Grauzone

Nachhaltigkeit, ein Wort das alle benutzen. Muss man ja heute fast wenn man etwas verkaufen will. Ein Modewort dem man nicht wirklich vertrauen kann wie ich finde. Was heisst Nachhaltigkeit überhaupt? Wie kann man sich in dem Dschungel zurecht finden? Was können wir selber tun? Schwierig darauf eine gute Antwort zu finden, welche sich im Alltag umsetzen lässt.

Gestern erst habe ich mich mit dem Thema Gummi auseinandergesetzt. Wir benutzen Gummizüge aus Naturkautschuk und bio Baumwolle. Tönt klasse oder? ABER. Wenn ich es nicht selber sehe und vor Ort bin, kann ich dann tatsächlich wissen, dass die Kautschuk Plantagen nachhaltig betrieben werden? Dass keine Kinderarbeit involviert ist? Dass keine Urwälder gerodet werden um in Monokultur Kautschuk anzubauen? Es ist sehr kompliziert. Ich würde Petit Mai gerne als nachhaltig bezeichnen. Aber ist es das wirklich? Nachhaltig wären wir wenn wir ganz genau wüssten woher unsere Materialien kommen und wie genau sie produziert werden, wenn sie nicht von weit her eingeflogen werden müssten. Ein Ding der Unmöglichkeit. Was ich tun kann ist kritische Fragen stellen und immer wieder nachhaken um mehr Informationen zu bekommen. Das sollten wir alle etwas öfter tun!

Konsum als Klimakiller

Ich stelle mir oft die Frage wie sich Produkte herstellen UND Nachhaltigkeit vereinbaren lassen. Gehört doch unser Konsum zu den grössten Klimakillern. Mit Petit Mai stelle ich selber Produkte her. Auch wenn ich meine Lieferanten sehr sorgfältig auswähle, kritische Fragen stelle und möglichst auf Kunststoffe verzichte, bleiben grosse Fragezeichen und wird für die Herstellung viel Energie verbraucht. Von einer zirkulären Produktion sind wir weit entfernt, auch wenn wir seit längerem Petit Mai Produkte welche ausgedient haben zurücknehmen um ihnen ein zweites Leben zu schenken.

Was kann jeder von uns tun?

«Die Menschen gehen lieber zugrunde, als dass sie ihre Gewohnheiten ändern." -Tolstoi

Nachhaltiger Leben heisst Umstellung, neue Gewohnheiten etablieren, die eigene Bequemlichkeit aufgeben, nach neuen Lösungen suchen, sich tatsächlich auseinandersetzen damit, was wir selber tun können. Aufhören die Augen zu verschliessen und so zu tun als würde es uns nichts angehen. Wegkommen vom Gedanken: Ich kann sowieso nichts tun, es ändert nichts wenn ich als Einzelperson meine Gewohnheiten ändere. Aber weiter konsumieren als gäbe es kein Morgen ist ganz bestimmt auch keine Lösung. Ebenso wenig wie von heute auf morgen in den Wald zu ziehen. Davon fantasiere ich nämlich manchmal.

Was wir alle tun können ist uns mit dem Thema zu beschäftigen und uns zu informieren. Ganz ohne Anstrengung geht’s nicht, soviel ist klar. Mein erster Ansatz ist immer BEWUSSTSEIN. Wenn wir hinsetzen und tatsächlich wahrnehmen was IST. Uns Zeit nehmen zu überlegen ob es eine Alternative gibt statt blind zu tun was wir schon immer gemacht haben. Dann kann man etwas verändern. Im Kleinen. Und wie wir bekanntlich wissen entsteht aus vielen kleinen Dingen irgendwann etwas grosses.

«Nachhaltig zu konsumieren bedeutet, bewusster und weniger zu kaufen, auf jeden Fall mit Blick auf die soziale und ökologische Seite der Produkte und Dienstleistungen."

"Nachhaltigkeit heisst, Produkte mit wirtschaftlich sinnvollen Verfahren herzustellen, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt minimieren und gleichzeitig Energie und natürliche Ressourcen schonen. «

Dein kleiner Schritt

Bist du bereit BEWUSSTER zu konsumieren? Eine alte Gewohnheit fallen zu lassen nur weil sie bequem ist und du sie immer so gemacht hast? Welchen kleinen Schritt bist du heute bereit zu gehen? Ich freue mich wenn du deine Idee mit mir in den Kommentaren teilst. 

Danke dass du dir Zeit genommen hast meine Gedanken zu lesen ♥️

Continue reading
English